Nachhaltigkeitskommunikation für Tourist-information und Destinationsmanagement-Organisationen

Tipps, Hilfen und Inspiration

Tourist-Informationen und Destinations-Websites zählen zu den zentralen Anlaufstellen für Gäste, sowohl in der Reisevorbereitung als auch vor Ort. Hier entsteht ein wesentlicher Teil des Gesamtbilds einer Destination. 

Immer wichtiger ist in diesem Zusammenhang in den vergangenen Jahren das Thema Nachhaltigkeit geworden. Zumindest für einen Teil der Reisenden spielt das Thema eine Rolle bei der Reiseentscheidung. Diese Reisenden erwarten entsprechende Angebote mit nachvollziehbaren und belegbaren Informationen – digital wie analog. Die Herausforderung besteht darin, verständlich und nachvollziehbar zu zeigen, welche Maßnahmen umgesetzt werden und worauf sich Nachhaltigkeitsaspekte der Angebote beziehen.

Auf dieser Seite finden Tourist-Informationen und Destinationsmanagement-Organisationen (DMOs) passende Hilfestellung für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation – von konkreten Formulierungshilfen bis zu Best-Practice-Beispielen.

Zentrale Rollen von Tourist-Informationen und DMOs 

Tourist-Informationen und Destinationsmanagementorganisationen (DMOs) nehmen in der Nachhaltigkeitskommunikation folgende Rollen ein: 

Vorbildfunktion 


Tourist-Informationen sollten ressourcenschonend, barrierearm und serviceorientiert gestaltet werden, um als Beispiel für andere Leistungsträger in der Destination zu dienen.

Wichtig ist dabei auch, entsprechende Maßnahmen durch eine transparente Kommunikation sichtbar zu machen und die Nachhaltigkeitsaspekte zu belegen. 

Informations- und Impulsgeberin


Als zentrale Anlaufstelle bündeln Tourist-Informationen Angebote und Informationen rund um nachhaltiges Reisen in der Region. 

Sie geben Orientierung und setzen kommunikative Impulse für bewusstere Reiseentscheidungen – sowohl in der persönlichen Beratung als auch über digitale Kanäle. 

Nachhaltigkeit verständlich und motivierend vermitteln 

Eine wirksame Nachhaltigkeitskommunikation setzt auf Verständlichkeit und Motivation statt auf Belehrung. Ein wichtiger Aspekt ist außerdem der konkrete Nutzen, beispielsweise der Komfort, die hohe Erlebnisqualität oder die regionale Wertschöpfung. Eine positive und lösungsorientierte Ansprache unterstützt zusätzlich dabei, Akzeptanz und Interesse zu fördern. 

"Nudging" als Kommunikationsansatz 

Nudging bedeutet, Menschen sanft in eine Richtung zu lenken, ohne sie zu zwingen. In Bezug auf nachhaltiges Reisen bedeutet es etwa, Entscheidungssituationen so zu gestalten, dass nachhaltiges Verhalten einfacher und naheliegender wird.

Dies kann beispielsweise erfolgen durch: 

  • Hinweise in Buchungsprozessen
  • Beschilderung vor Ort
  • digitale Menüführungen oder Voreinstellungen

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Konkrete Formulierungsbeispiele für Anwendungsfälle von Nudging in der Nachhaltigkeitskommunikation.

Website  

Die eigene Website bietet Tourist-Informationen und Destinationsmanagement-Organisationen die Möglichkeit, ihre Nachhaltigkeitsausrichtung übersichtlich und verständlich darzustellen. Wichtig ist dabei ein realistischer und ehrlicher Umgang mit dem eigenen Entwicklungsstand, denn dies stärkt Vertrauen. 

Ein klar formuliertes Leitbild bildet die Grundlage der Darstellung. Darauf aufbauend empfiehlt sich die Bereitstellung weiterführender Informationen, beispielsweise über: 

  • vertiefende Inhalte zu Maßnahmen und Strategien
  • Dokumente und Berichte
  • ergänzende Informationen zu Prozessen und Entwicklungen

Diese können über Verlinkungen oder digitale Zugänge wie QR-Codes einfach erreichbar gemacht werden. 

Nachhaltigkeitsstatus sichtbar machen 

Je nach Entwicklungsstand gibt es unterschiedliche Ansätze für die Kommunikation: 

Einstieg in den Nachhaltigkeitsprozess


Befindet sich eine Organisation noch am Anfang ihres Nachhaltigkeitsprozesses, empfiehlt es sich, über konkrete Schritte und Entwicklungen zu informieren.

Im Fokus stehen konkrete Maßnahmen, die umgesetzt werden, sowie erste erzielte Ergebnisse.

 Eine schrittweise Darstellung macht Entwicklungen nachvollziehbar.

Zertifizierter Betrieb


Liegt eine anerkannte Zertifizierung vor, können die im Rahmen der Zertifizierung erstellten Maßnahmenprogramme als Grundlage für die Kommunikation genutzt werden.

Diese Inhalte sollten auf der Website zugänglich gemacht werden, denn sie tragen zur Einordnung und Glaubwürdigkeit bei. 

Transparenz auch ohne Zertifizierung 

Auch ohne formale Zertifizierung ist es sinnvoll, konkrete Informationen zu nachhaltigen Maßnahmen und deren Wirkung bereitzustellen. 

Beispiele können sein: 

Kennzahlen

Kennzahlen zu nachhaltigen Angeboten, beispielsweise im Bereich Mobilität.

Ressourcenmanagement

Maßnahmen zur Reduzierung von Energie- oder Ressourcenverbrauch.

Sortimentsumstellung

Umstellungen im Sortiment, etwa hin zu regionalen Produkten.

Gäste-Feedback

Ergebnisse aus Gästebefragungen oder Nutzungszahlen nachhaltiger Angebote.

Entwicklung

Eine nachvollziehbare und kontinuierliche Darstellung dieser Aspekte unterstützt eine glaubwürdige Kommunikation und macht Fortschritte sichtbar.

Maẞnahmen und Monitoring

Eine klare Darstellung der eigenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen bietet Gästen Transparenz. Mögliche Maßnahmen können beispielsweise sein:

  • ressourcenschonende und möglichst papierlose Gästekommunikation
  • regionale Wertschöpfung, etwa durch lokal produzierte Produkte
  • barrierefreie und inklusive Angebote für Gäste und Mitarbeitende
  • soziales Engagement sowie Initiativen im Natur- und Umweltschutz

Wesentlich ist eine kompakte und verständliche Aufbereitung, die es ermöglicht, Leistungen auf einen Blick zu erfassen. Konkrete und – soweit möglich – messbare Angaben erhöhen die Nachvollziehbarkeit.

Detaillierte Informationen zu Maßnahmen, Kennzahlen und Entwicklungen sollten leicht auffindbar sein, beispielsweise auf einer eigenen Unterseite zum Thema Nachhaltigkeit. Ergänzende Inhalte wie beispielsweise Zertifizierungsergebnisse können über Verlinkungen oder Downloads zugänglich gemacht werden.

Partnerschaften

Kooperationen mit nachhaltig wirtschaftenden Partnern stärken die eigene Positionierung und erweitern die wahrgenommene Kompetenz. Gleichzeitig profitieren alle Beteiligten von einer gemeinsamen Sichtbarkeit.

Kommunikation von Zertifikaten

Grundsätzlich sind anerkannte Zertifikate sinnvoll, um Orientierung zu bieten und die eigene Glaubwürdigkeit zu stärken. Ebenfalls sinnvoll ist es, kurz zu erklären, wofür die Zertifizierung verliehen wurde.  

Die Informationen sollten dabei so aufbereitet werden, dass schnell erkennbar wird:

  • was zertifiziert ist
  • warum dies relevant ist
  • welche Aussagekraft damit verbunden ist

Digitale Darstellung optimieren

Filter und Kategorien

Thematische Filter erleichtern die gezielte Suche nach nachhaltigen Angeboten.

Bündelung von Inhalten

Nachhaltige Angebote werden auf eigenen Übersichtsseiten zusammengeführt.

Hervorhebung in Listen

Zertifizierte Anbieter werden strukturiert dargestellt und visuell kenntlich gemacht.

Transparente Sortierung

Die Logik der Darstellung wird nachvollziehbar erklärt, um Orientierung zu schaffen und Vertrauen zu stärken.

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  • Leitbild-Beispiele für Nachhaltigkeit in Tourist-Informationen und Destinationen: Auswahl an fiktiven Textbeispielen, um Kommunikationsmaßnahmen und Vorgehen zu verdeutlichen.
  • Um die oben vorgestellte Check-Liste auch in den Betrieb einzubringen, steht diese hier noch einmal als Download zur Verfügung:
    • Maßnahmen-und-Monitoring-Checkliste
    • Partnerschaften-Checkliste
    • Zertifikate-und-Siegel-Checkliste
  • Mobilitäts-Guide Web für Tourist-Informationen und Destinationen: Eine Übersicht mit konkreten Maßnahmen und Beispielen zur Kommunikation nachhaltiger Mobilitätsangebote und Anreiseinformationen.

Social-Media-Kanäle

Social-Media-Plattformen bieten einen Raum für Inspiration, Empfehlungen, Meinungsbildung und direkte Kommunikation. Natürlich können Tourist-Informationen und Destinationen hierüber auch nachhaltige Inhalte zielgerichtet platzieren und damit unterschiedliche Zielgruppen erreichen. 

Ein Vorteil ist, dass sich Nachhaltigkeitsthemen über soziale Medien besonders anschaulich und emotional vermitteln lassen. Gleichzeitig entsteht Sichtbarkeit für das Engagement der Destination und eine stärkere Bindung zu Gästen und Interessierten. 

Erfolgsfaktoren für nachhaltige Inhalte 

Eine wirksame Kommunikation auf Social-Media-Plattformen zeichnet sich durch folgende Aspekte aus: 

Storytelling

Nachhaltigkeitsthemen werden verständlich und ansprechend erzählt, indem Fakten in Geschichten eingebettet werden.

Perspektiven

Authentische Einblicke von Mitarbeitenden, Auszubildenden oder Partnern machen Nachhaltigkeit greifbar und persönlich. 

Aktualität

Hinweise auf Veranstaltungen, Aktionen oder neue Angebote ermöglichen eine aktuelle und relevante Kommunikation. 

Formate

Bewegtbildformate, kurze Videos oder unterhaltsame Inhalte tragen dazu bei, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Inhalte lebendig zu vermitteln. 

Interaktion

Aufrufe zur Beteiligung, etwa durch Feedback, Abstimmungen oder das Teilen von Inhalten, fördern den Austausch und die Einbindung der Community. 

Bewertungen

Gäste werden dazu angeregt, ihre Erfahrungen auf geeigneten Plattformen zu teilen und so zur Sichtbarkeit nachhaltiger Angebote beizutragen.

Kontinuität in der Kommunikation 

Eine regelmäßige und konsistente Kommunikation ist entscheidend für den langfristigen Aufbau von Sichtbarkeit und Vertrauen. Klare Zuständigkeiten innerhalb der Organisation gewährleisten eine kontinuierliche Bespielung der Kanäle. 

Inhalte können aus unterschiedlichen Bereichen des Arbeitsalltags entstehen, etwa aus der Beratungssituation, aus Projekten mit Anbietern mit Nachhaltigkeitsbezug, aus Veranstaltungen oder aus typischen Fragestellungen von Gästen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Authentische Einblicke sind besonders beliebt. Wiederkehrende Formate sorgen für Wiedererkennbarkeit und erleichtern für die Social-Media-Verantwortlichen die Ideenfindung. 

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Kreative Anstöße mit Textbausteinen, die individuell anpassbar sind, für Storytelling und Kommunikation auf Social-Media:

In der Tourist-Information Vor Ort

Die Tourist-Information fungiert als unmittelbarer Kontaktpunkt innerhalb der Destination. Wenn über Nachhaltigkeitsthemen kommuniziert wird, sollte sie hier auch verankert sein, um keine Widersprüchlichkeit zu produzieren.  

Auch Details tragen dabei zum Gesamteindruck bei. Eine konsistente und sichtbare Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen stärkt die Wahrnehmung der gesamten Destination. 

Mögliche Kommunikationspunkte der Servicestelle können sein:

  • Ankunfts- und Empfangsbereich
  • Beratung und Verkauf am Counter
  • Self-Service-Bereich (Prospekte, Infopoint, Shop)
  • Außenbereich der Tourist-Information
  • Sanitärbereiche

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  • Erfolgsstory – Die gemeinsame Mobilitätsinitiative: Ein fiktives Fallbeispiel über die Möglichkeit nachhaltige Mobilitätsmöglichkeiten zu kommunizieren.
  • Mobilitäts-Guide vor Ort für Tourist-Informationen: Eine Auflistung konkreter Maßnahmen und Kommunikationsansätze, mit denen Tourist-Informationen nachhaltige Mobilität vor Ort verständlich und serviceorientiert vermitteln können.
  • Kreative Anstöße, wie und wo Nachhaltigkeit auf der Betriebsfläche kommuniziert werden sollte:
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