Round Table Kulturtourismus

Der Round Table “Kulturtourismus” des Tourismus NRW diskutiert auf Einladung des Tourismus NRW regelmäßig über unterschiedliche Aspekte und aktuelle Fragestellungen des Kulturtourismus. Da die Erkenntnisse auch für Nicht-Beteiligte interessant sind, fasst Tourismus NRW das Wichtigste knapp und übersichtlich als konkrete Tipps zusammen.

Beethovendenkmal auf dem Münsterplatz in Bonn © Tourismus NRW e.V./Johannes Höhn
© Tourismus NRW e.V./Johannes Höhn

Nach dem Lockdown: Aufbruch in eine neue Realität

Der dritte Round Table des Tourismus NRW zum Thema Kulturtourismus beschäftigte sich mit der schrittweisen Öffnung von Kultureinrichtungen, dem Reiseverhalten von Kulturreisenden und neuen Perspektiven für die Branche. Am 1. Juli sprachen Vertreter:innen von Museen, Landschaftsverbänden und Tourismusorganisationen aus Nordrhein-Westfalen gemeinsam darüber, wie ein erfolgreicher Neustart gelingen kann. Erfolge und Rückschläge der vergangenen Monate wurden miteinander besprochen, die Zukunft digitaler wie hybrider Angebote diskutiert. Hier ein Überblick über die gewonnenen Erkenntnisse:

  • Die Besucherzahlen in den Kulturhäusern sind derzeit fast überall noch auf einem niedrigen Niveau. Der Andrang, der nach den Öffnungen im März und Mai 2021 vor allem in den großen Einrichtungen verzeichnet werden konnte, ist rückläufig. Aktuelle Studien aus der Marktforschung lassen die Institutionen jedoch hoffen, dass in den kommenden Monaten wieder mit einem deutlichen Besucherstrom zu rechnen ist. Das Interesse an Kultur ist bei NRW-Reisenden ungebrochen groß. Das Sicherheitsempfinden, ins Museum zu gehen, nimmt seit Beginn des Jahres stetig zu.
  • Die Kultureinrichtungen, Verbände und Tourismusorganisationen weiten ihre Reichweite über ihre digitalen Angebote aus, die sie im vergangenen Jahr erweitert oder neu geschaffen haben. Mit virtuellen Führungen etwa sprechen die Akteure neue Zielgruppen an. Wichtig für den anhaltenden Erfolg der Formate ist aber ein Mehrwert zum analogen Besuch. Dann können die Angebote nach Einschätzung der Fachleute auch etwas kosten. Von einem rentablen Model ist letztendlich aber nur auszugehen, wenn verschiedene Onlinewelten auf einer gemeinsamen Plattform gebündelt werden.
  • Fest steht: Der Ausbau des Digitalen ist mehr als reines Mittel zum Zweck, Reisende für das physische Angebot zu begeistern. Normale, digitale und hybride Formate gehen derweil einher und stehen nicht mehr in Konkurrenz zueinander.
  • Auf die Frage, wie digitale Besucherzahlen richtig evaluiert werden sollen, suchen die Kulturstätten und Organisationen noch eine Antwort. In naher Zukunft müssen Benutzerforschung und -profilierung nach Meinung der Fachleute weiter ausgebaut werden. Nötige Kapazitäten, Ressourcen und Mittel fehlen aber bisher.
  • Obwohl viele Kulturstätten und Verbände in Nordrhein-Westfalen die vergangenen Monate genutzt haben, um ihre Netzwerke auszubauen, besteht weiterhin das Bedürfnis, neue Kooperationen einzugehen. Denn Netzwerke haben sich in der Krise als besonders nützlich erwiesen. Sie wurden zum Austausch, aber auch zur konkreten Entwicklung neuer Angebote genutzt.

Lehren aus der Krise: Kulturarbeit in Corona-Zeiten

Am 9. und 10. Dezember richtete der Tourismus NRW zwei Round Table-Sitzungen zum Thema Kulturtourismus aus. Die Teilnehmer, darunter Vertreter von Museen, Festivals, Landschaftsverbänden und Tourismusorganisationen, tauschten sich bei den Treffen über Rückschläge und Perspektiven in der Corona-Krise aus. Sie diskutierten über erfolgreiche Maßnahmen, neue Konzepte und digitale Angebote, die im vergangenen Jahr umgesetzt werden konnten, sowie über Aussichten für das Jahr 2021. Hier einige Erkenntnisse aus den Gesprächsrunden:

  • Viele Kulturhäuser und Tourismusorganisationen in Nordrhein-Westfalen nutzten die Corona-Krise nicht nur, um neue Zielgruppen zu erschließen, sondern auch, um Netzwerke zu anderen Institutionen und in die Politik auszubauen. Dies kann dabei helfen, Positionen gemeinsam mehr Nachdruck zu verleihen oder auch neue Angebote entstehen zu lassen. Durch Austausch können die Institutionen zudem voneinander lernen.
  • Die drei Leitprinzipien „digital, partizipativ und live“ setzen sich immer mehr durch. Unter anderem setzen Häuser verstärkt auf Museums-Apps, Werkpräsentationen in Kunstportalen, Live-Führungen in Social-Media-Netzwerken, Digitale Guides und Podcasts als Vermittlungsangebote. Bisher unbeachtete Sammlungsbestände können online neu in Szene gesetzt werden. Besuchern wie Künstlern ist es zudem über eine Seite in partizipativen Museumsplattformen möglich, sich aktiv an der Ausstellungsplanung und -gestaltung zu beteiligen. In der digitalen Vermarktung sollten die Inhalte innovativ und tagesaktuell sein, um bei den Nutzern anzukommen.
  • Agiles Arbeiten wird zunehmend wichtiger, um flexibel und rasch auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können. Interne Organisationsstrukturen müssen sich dafür wandeln, und ggf. neue Arbeitsplätze geschaffen und Stellen angepasst werden.

Museen und Corona - Chancen und Herausforderungen

Beim ersten Round Table des Tourismus NRW zum Thema Kulturtourismus am 14. Mai 2020 beschäftigten sich die Teilnehmer, darunter Vertreter von Museen, Landschaftsverbänden und Tourismusorganisationen, mit der Situation der Museen in und nach der Corona-Krise. Einige Erkenntnisse:

  • Die zu erwartende Konzentration auf Inlandsreisen und Tagesausflüge in die Umgebung bietet Museen die Chance, neue Besuchergruppen zu erreichen. Dabei helfen könnten Angebotskombinationen aus Natur- und Kulturerlebnissen.
  • Digitale Angebote wie virtuelle Führungen oder Werkvorstellungen werden je nach Nutzergruppe sehr gut angenommen. Sie sollten auch künftig eine Rolle in Ausstellungen sowie in der Vermarktung spielen, allerdings nicht den analogen Museumsbesuch ersetzen.
  • Online-Ticketing insbesondere in Kombination mit festgelegten Besuchszeitfenstern bietet Möglichkeiten zum Monitoring und zur Besucherlenkung und könnte auch in der Nach-Corona-Zeit ein sinnvolles Angebot sein – sowohl für Besucher als auch für die Museen selbst. Die Beschäftigung mit dem Thema ist in jedem Fall sinnvoll.
  • Bei barrierefreien Angeboten stehen Museen aktuell vor besonderen Herausforderungen u.a. wegen der Pflicht zum Mund-Nase-Bedecken. Eine mögliche Lösung für Gebärdensprachen-Führungen könnte das Tragen von Visiermasken beim Gebärdendolmetschen sein.
  • Insgesamt gilt: Das Marketing muss insbesondere in Krisenzeiten flexibler werden, um schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können.

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