Viele Millionen Gäste reisen Jahr für Jahr nach Nordrhein-Westfalen – sei es im Urlaub oder auf Geschäftsreise. Sie sichern damit in maßgeblichem Umfang Einkommen und Arbeitsplätze und sorgen für ein erhebliches Steueraufkommen. Wirtschaftspolitisch erfüllt der Tourismus damit eine Doppelfunktion: Zum einen weist die Tourismusbranche selbst eine beachtliche Wertschöpfung mit einem erheblichen Arbeitsplatzangebot auf. Zum anderen wertet ein gutes touristisches Angebot den Lebens-, Arbeits- und Investitionsstandort Nordrhein-Westfalen insgesamt auf und stärkt damit seine Attraktivität, wovon wiederum alle Branchen profitieren.
Das Beratungsinstitut DIW Econ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Management und Tourismus (IMT) der FH Westküste und dwif-Consulting 2026 im Rahmen einer Studie zum dritten Mal eine ganzheitliche Betrachtung der Bedeutung der Tourismuswirtschaft in Nordrhein-Westfalen auf Basis von international vergleichbareren Berechnungsstandards (Tourismus-Satellitenkonto (TSA)) vorgenommen.
Berücksichtigt wurden dabei unter anderem auch:
- die im Bundesland anfallenden Anteile der Ausgaben für Reisen ins Ausland
- die Ausgaben für Übernachtungen in privaten Freizeitwohnsitzen
Konsumausgaben der Touristen in Nordrhein-Westfalen
- Der gesamte touristische Konsum in Nordrhein-Westfalen belief sich im untersuchten Jahr 2024 auf 46 Mrd. Euro.
- Dieser Wert wurde zu 61,7 Prozent durch Binnentouristen aus NRW, 29,4 Prozent durch Gäste aus anderen Bundesländern,8,9 Prozent durch ausländische Touristen und 5,1 Prozent sonstigen Konsum (u. a. staatliche Zuschüsse für Kultur- oder Sportangebote) generiert.
Volkswirtschaftliche Auswirkungen des touristischen Konsums in Nordrhein-Westfalen
- Die Aktivitäten der Tourismuswirtschaft leisten einen direkten Beitrag zur Wirtschaftsleistung (Bruttowertschöpfung) in Höhe von 18,3 Mrd. Euro; dies entspricht einem Anteil von 2,3 Prozent an der gesamten Wirtschaftsleistung in Nordrhein-Westfalen.
- Unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf Branchen, die der Tourismuswirtschaft vorgelagert sind und indirekt von dieser profitieren, ergibt sich aus dem touristischen Konsum eine zusätzliche, indirekte Bruttowertschöpfung in Höhe von 11,2 Mrd. Euro.
- Mit insgesamt 29,5 Mrd. Euro ergibt sich damit (direkt und indirekt) ein Anteil von 3,7 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in NRW.
- In Nordrhein-Westfalen waren im Jahr 2024 direkt in der Tourismuswirtschaft knapp 356.000 Erwerbstätige beschäftigt. Dies entspricht einem Anteil von 3,6 Prozent aller Erwerbstätigen im Bundesland.
- In den Zulieferbranchen der Tourismuswirtschaft sind aufgrund des touristischen Konsums weitere gut 128.000 Erwerbstätige indirekt beschäftigt.
- Mit insgesamt knapp 483.000 Personen ergibt sich auf diese Weise ein (direkter und indirekter) Anteil in Höhe 4,9 Prozent an allen Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen.
Einordnung in den gesamtwirtschaftlichen Kontext
In der Tourismuswirtschaft direkt sind 3,6 Prozent aller Erwerbstätigen in NRW tätig. Dieser Wert liegt über dem entsprechenden Anteil an der Bruttowertschöpfung (2,3 Prozent) und verdeutlicht, dass die Tourismuswirtschaft eine beschäftigungsintensive Branche ist. Hinsichtlich ihrer Beschäftigungswirkung ist sie größer als die Informations- und Kommunikationsbranche in Nordrhein-Westfalen.


