Qualität schaffen statt Quantität verwalten – Kölns neue Tourismuschefin spricht über ihre Ziele
Am 1. April 2026 hat Stephanie Kleine Klausing die Geschäftsführung von KölnTourismus übernommen. Zuvor war sie bereits viele Jahre als Führungskraft in der Tourismusorganisation tätig. Im Interview erläutert Kleine Klausing, wo sie Akzente setzen möchte und woran sie den Erfolg von Tourismusarbeit festmacht.

Sie kennen Köln und KölnTourismus aus langjähriger Erfahrung. Welche Themen liegen Ihnen in Ihrer neuen Rolle als Geschäftsführerin besonders am Herzen?
Ich verstehe KölnTourismus als aktive Mitgestalterin der touristischen Entwicklung unserer Stadt. Wir wollen Impulse setzen, Kooperationen anstoßen und gemeinsam mit unseren Partner*innen klare Ziele verfolgen – immer mit dem Anspruch, Innovation, Qualität und nachhaltige Wertschöpfung für Köln zu sichern. Über allem steht für mich der Lebensraum Köln. Tourismus ist kein Selbstzweck. Wir wollen Qualität schaffen statt Quantität verwalten und Tourismus so gestalten, dass er für die Menschen in dieser Stadt einen echten Mehrwert bietet.
Ein wichtiger Schwerpunkt ist die MICE-Branche als wirtschaftliches Rückgrat. Köln hat mit seiner zentralen Lage, der innerstädtischen Messe und einem starken Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort beste Voraussetzungen. Dieses Profil als Ort des Austauschs und der Innovation wollen wir weiter schärfen.
Darüber hinaus fokussiere ich das Thema Sporttourismus. Köln kann Sportveranstaltungen – das haben wir vielfach bewiesen. Sport verbindet Menschen, schafft Emotionen und ist ein starker Reiseanlass. Das klare Ja zur Olympiabewerbung zeigt, welches Potenzial hier gesehen wird. Aber unabhängig von möglichen Großereignissen geht es uns darum, Sport in seiner ganzen Breite zu stärken – als identitätsstiftendes Element und als verbindende Kraft für Gäste und Stadtgesellschaft.
Darüber hinaus sehe ich in Kultur und freier Szene einen enormen Standortfaktor. Die Vielfalt und Kreativität dieser Stadt sind ein echtes Asset – hier wollen wir Tourismus als verlässlichen Partner im Netzwerk positionieren.
Nach der Corona-Pandemie eilt Köln wieder von Rekord zu Rekord bei den Übernachtungszahlen. Aber abseits dieser Volumina: Woran machen Sie den Erfolg von Tourismusarbeit fest?
Wachsende Übernachtungszahlen sind natürlich ein positives Signal – aber sie erzählen nur einen Teil der Geschichte. Für uns ist entscheidend, welchen Beitrag Tourismus insgesamt für Köln leistet: zur besseren Wertschöpfung, zur Attraktivität des Standorts und zur Vielfalt des Angebots. Erfolg zeigt sich daran, ob Gäste gezielt wegen unserer Themen und Stärken kommen, ob sie Qualität schätzen und ob sie gerne wiederkommen.
Gleichzeitig gehört zur ehrlichen Betrachtung auch die Perspektive unserer Partner*innen und der Stadtgesellschaft. Tourismusarbeit ist dann erfolgreich, wenn sie als verlässlich, kooperativ und zukunftsorientiert wahrgenommen wird. Und wenn wir gemeinsam Lösungen entwickeln, die wirtschaftliche Interessen und Lebensqualität in Einklang bringen. Kurz gesagt: Erfolg bemisst sich für mich an nachhaltiger Wertschöpfung, starken Partnerschaften und einer positiven Wirkung auf die Stadt insgesamt – nicht allein an Volumen.


