Neue EU-Regeln für Nachhaltigkeitskommunikation: Was das für touristische Akteure bedeutet
Mit der sogenannten EmpCo-Richtlinie schafft die Europäische Union neue Vorgaben für die Nachhaltigkeitskommunikation. Auch touristische Unternehmen und Destinationen sind von den neuen Vorgaben betroffen. Was die Richtlinie konkret bedeutet und welche Folgen sie für die Tourismusbranche hat, erläutert Sven Wolf, Referent für Nachhaltigkeit im Tourismus beim Deutschen Tourismusverband (DTV). Im Gespräch ordnet er ein, warum das Thema jetzt an Bedeutung gewinnt und wie sich touristische Akteure vorbereiten können.

Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben 2024 eine neue Richtlinie verabschiedet, in der es um Nachhaltigkeitskommunikation geht. Was genau verbirgt sich hinter der „EmpCo“-Richtlinie und welches Ziel verfolgt die EU mit den neuen Vorgaben?
Sven Wolf: Die „Empowering Consumers for the Green Transition“-Richtlinie soll Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen schützen. Die EU reagiert damit auf ein Problem, das wir seit Jahren sehen. Viele Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ wurden sehr pauschal verwendet, oft ohne ausreichende Belege und für Verbraucher kaum überprüfbar. Die neue Richtlinie ändert bestehende EU-Verbraucherschutzregeln, insbesondere die Vorschriften zu unlauteren Geschäftspraktiken und zu Verbraucherrechten.
Für den Tourismus heißt das, dass Nachhaltigkeitskommunikation künftig deutlich verbindlicher werden muss. Aussagen müssen nachvollziehbar, transparent und belastbar sein. Es reicht also nicht mehr, gute Absichten zu formulieren oder mit allgemeinen grünen Botschaften zu werben. Wer Nachhaltigkeit kommuniziert, muss stärker belegen können, worauf sich diese Aussage konkret stützt. Das Ziel der EU ist letztlich, Greenwashing einzudämmen und Vertrauen in glaubwürdige Nachhaltigkeitsinformationen zu stärken.

