Tourismustag NRW im Zeichen der Veränderung 

In herausfordernden Zeiten ist die nordrhein-westfälische Tourismusbranche in Düsseldorf zu ihrem ersten großen Treffen seit über drei Jahren zusammengekommen. Die Corona-Krise, hohe Inflationsraten, der Fachkräftemangel und nicht zuletzt nötige Veränderungen aufgrund des Klimawandels stellen die Branche vor Herausforderungen. Doch es gibt auch positive Signale.

Laut FUR-Reiseanalyse, die auf Umfragen von Mai 2022 beruht, hat das Thema Urlaub für die Deutschen hohe Priorität. Nur der Kauf von Lebensmitteln ist für sie demnach bei den Konsumausgaben wichtiger. Der Urlaub rangiert damit noch vor Themen wie Wohnen oder Gesundheit. Trotzdem versuchen die Befragten, angesichts der hohen Inflation beim Reisen zu sparen. Kurzurlaube stehen dabei an oberster Stelle der in Erwägung gezogenen Einsparmöglichkeiten. Und auch Urlaub an einem näher gelegenen Ziel ist für jeden vierten eine Möglichkeit zu sparen.

„Für Nordrhein-Westfalen als klassisches Kurzreiseland bietet das große Chancen. Dass viele Menschen lieber in die nähere Umgebung reisen möchten, kommt uns zusätzlich zugute, weil wir von vielen Orten aus schnell und unkompliziert mit der Bahn oder auch mit dem Auto zu erreichen sind und gerade auch die Einwohner:innen unseres bevölkerungsreichen Bundeslands selbst Nordrhein-Westfalen während der Corona-Pandemie verstärkt für sich entdeckt haben“, erklärt Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin des Tourismus NRW.

Zuletzt hatte der Trend bei den Übernachtungen in den Beherbergungsbetrieben in NRW bereits kräftig nach oben gezeigt.  Im Juni hatte das Minus gegenüber Juni 2019, also vor der Corona-Pandemie, noch bei 3,5 Prozent gelegen, nachdem es Anfang des Jahres noch 41 Prozent betragen hatte. Und auch die Sommerferien dürften nach einer Umfrage des Tourismus NRW unter den touristischen Regionen im Land den positiven Trend verfestigt haben.

Tourismusbarometer verdeutlicht Arbeitskräftemangel

Probleme bereitet der Branche allerdings zunehmend der Arbeitskräftemangel. Betroffen ist insbesondere das Gastgewerbe. Laut ersten Zahlen aus dem erstmals für ganz Nordrhein-Westfalen erstellten Tourismusbarometer, das auf dem Tourismustag vorgestellt wurde, lag die Zahl der Arbeitskräfte im Gastgewerbe 2021 um ganze 17 Prozent unter der Zahl von 2019.  Deutschlandweit haben nach Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft allein 2020 rund 215.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus Tourismusberufen in Deutschland den Beruf gewechselt. Viele Betriebe reagieren darauf inzwischen mit einer Einschränkung des Angebots. Zugleich wird die Bindung des vorhandenen Teams immer wichtiger: Für jeden zweiten Betrieb hat dies inzwischen die höchste Priorität. Die Gewinnung neuer Mitarbeitender ist für 42 Prozent der Betriebe am wichtigsten.

Gutachten zu Klimawandel und Tourismus

Vorgestellt wurde auf dem Tourismustag auch ein Gutachten zum Thema Tourismus und Klimawandel in Nordrhein-Westfalen, das das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Klimaschutzministerium in Auftrag gegeben hatte und das eine Vielzahl konkreter Maßnahmen beinhaltet. Ziel ist es, Nordrhein-Westfalen zu einem nachhaltigen und resilienten Reiseziel zu machen. Das Gutachten ist über die Internetseite des Ministeriums unter www.wirtschaft.nrw abrufbar.

Insgesamt nahmen rund 250 Branchenvertreter:innen sowie Vertreter:innen aus der Politik an dem Tourismustag teil, der unter dem Titel „Tourismus in Transformation: Smart. Nachhaltig. NRW“ stand und vom touristischen Landesverband Tourismus NRW auf der MS Rhein Galaxie, dem neuen Eventschiff der KD Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt, veranstaltet wurde.  

Tourismusverband feiert Jubiläum

Mit der Veranstaltung feierte der Tourismusverband auch sein 25-jähriges Bestehen. 1997 war er, damals noch unter dem Namen „Tourismusverband Nordrhein-Westfalen e.V.“ auf Initiative des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums von 27 Gründungsmitgliedern, darunter regionale Tourismusorganisationen, Verbände und private Anbieter, gegründet worden. In den Jahren vor der Corona-Pandemie hatte Nordrhein-Westfalen einen Gäste- und Übernachtungsrekord nach dem nächsten aufgestellt. Zuletzt hatte das Bundesland im deutschlandweiten Vergleich Platz zwei bei der Zahl der Gäste und Platz drei bei den Übernachtungen belegt.

Bildervorschau

Zuhörende Tourismustag NRW 2022 auf der MS RheinGalaxie in Düsseldorf © Tourismus NRW e.V./Niels Freidel
Zuhörende Tourismustag NRW 2022

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© Tourismus NRW e.V./Johannes Höhn

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